Montag, 17. März 2014

Wie behält man beim Schreiben den Überblick?


Man hat eine tolle Idee für eine Geschichte, den Handlungsverlauf und die Figuren im Kopf – eigentlich kann man gleich loslegen mit dem Schreiben. Oder nicht?

Klar kann man. Und es läuft wunderbar, bis der Protagonist Geburtstag hat, man aber nicht mehr weiß, in welchem Jahr er geboren wurde. Dann muss hektisch gescrollt werden, da man sich dunkel erinnert, das Datum bereits irgendwo erwähnt zu haben,  aber  nicht mehr weiß, ob es nun 1973 oder 1975 war.

Noch unangenehmer wird es, wenn zwei getrennte Handlungsstränge zusammen laufen, man aber nicht bemerkt, dass in jedem unterschiedlich viel Zeit vergangen ist. Im glücklichen Fall wird das vom Lektorat, im übelsten von aufmerksamen Lesern entdeckt.
Solche Patzer kosten Zeit und könenn ziemlich peinlich für den Autor werden. Zum Glück gibt es einige sehr nützliche Werkzeuge, genannt Figurenliste, Timeline und Szenenplan. Ihr kennt sie natürlich, aber benutzt ihr sie auch?

Die Vorarbeit lohnt sich, glaubt mir!

Die Figurenliste
umfasst alle Haupt-und Nebenfiguren mit den für die Geschichte relevanten Daten. Für Hauptfiguren mindestens das Geburtsdatum, die wichtigsten Charakterzüge, Antriebe und Ziele (die ich lieber als „Lernaufgabe“ bezeichne, aber darüber reden wir ein andermal).

Die Timeline
ist mein wichtigstens Werkzeug bei der Vorbereitung. Unabdingbar, wenn man auf mehreren Zeitebenen oder in Rückbelnden erzählt. Wer ist wann geboren, hat wann Kinder bekommen, geheiratet, seinen Partner betrogen, jemanden umgebracht? Ohne ihn geschieht es leicht, dass die Oma des Protagonisten schon mit elf Mutter hätte werden müssen, der zweite Weltkrieg acht Jahre dauert oder jemand innerhalb von dreizehn Jahren um siebzehn Jahre altert.

Der Szenenplan
ist wie der Grundriss eines Hauses: Mit ihm finde ich mich jederzeit in meiner Geschichte zurecht. Über jeder Szene werden Tag der Handlung, Tageszeit und Handlungsort angegeben. Dadurch wird verhindert, dass Tage 36 Stunden dauern, ständig nur zu Mittag gegessen wird oder es plötzlich Abend ist, obwohl die Protagonistin seit dem Frühstück nichts getan hat außer einen Brief zum Postkasten zu bringen (natürlich muss man nicht alles erzählen, was sie den Tag über gemacht hat, aber man muss sich darüber im Klaren sein, wie viel Zeit vergangen ist).

Wenn ich diese drei Listen gemacht habe, kann ich mich auf das konzentrieren, was ich eigentlich machen will: meine Geschichte zu erzählen.

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