Donnerstag, 7. März 2013

Wort für Wort

Wenn man nicht nur zum eigenen Vergnügen schreibt, sondern für seinen Lebensunterhalt, muss man wirtschaftlich denken. Wie lange reicht der Vorschuss? Kann ich in dieser Zeit den Roman schreiben? Wann kann ich mit dem nächsten Projekt anfangen? Man beginnt, Rechnungen aufzustellen: Soundsoviele Seiten am Tag, dann müsste der Roman in der vorgesehenen Zeit fertig werden.

Sich ein Tagespensum zu geben, halte ich für eines der effektivsten Mittel, um kontinuierlich zu arbeiten. Ich schreibe jeden Tag auf, wie viele Zeichen ich getippt habe, und am Ende jeder Arbeitswoche addiere ich diese Zahlen. Mitunter ist das Ergebis mager, worauf mich das schlechte Gewissen packt und ich mich anstrenge, den Rückstand aufzuholen oder es zumindest mein Pensum zu erfüllen.

Aber manchmal hilft es nicht, guten Willens zu sein. Manchmal geht es einfach nicht voran. Dann ärgere ich ich mich, weil ich so uneffektiv bin. Wenn du dein Pensum erfüllt hättest, wärst du schon 50 Seiten weiter, flüstert es in meinem Kopf.

Aber es gibt da noch eine zweite Stimme, die sagt: Schreiben ist mehr als ein Job, dabei geht es nicht nur um Effizienz. Jede Geschichte verlangt ihren eigenen Rhythmus, und dem muss der Schreiber sich anpassen. Wichtig ist  nur, nicht aufzuhören, sondern weiterzuschreiben, und wenn es noch so langsam ist.

Vielleicht müssen manche Szenen langsam geschrieben werden, und statt sich über die eigene Langsamkeit aufzuregen, muss man es hinnehmen und sich Wort für Wort den Weg bahnen.

Herzliche  Grüße,

Mascha
 

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