Freitag, 27. Mai 2011

Das ist das Ende, mein Freund

Da hat man seine Figuren durch etliche Gefahren gesteuert, sie sich entwickeln lassen und in den grossen Showdown geführt, und dann steht einem nur noch eines bevor: Den letzten Satz zu schreiben.
Erste Sätze fallen mir leicht, bekanntlich wohnt ja jedem Anfang ein Zauber inne. Ein erster Satz ist wie ein Luftkissenboot, das mich in die Geschichte hineinträgt. Aber letzte Worte verlangen nach Bedeutungsschwere, nach Endgültigkeit. Sehr, sehr schwer.
Was ist ein guter letzter Satz? Einer, der andeutet, wie die Geschichte weitergehen könnte? Einer, der den Leser mit vielen Fragen zurücklässt? Oder einer, der alle Fragen beantwortet?
Ich glaube, für jede Geschichte gibt es den zwingenden letzten Satz, aber der versteckt sich gerne und ist nur durch äusserste Hartnäckigkeit hervorzulocken. Da muss der Autor sich mit einem Stückchen Wurst vors Mauseloch setzen und sehr, sehr viel Geduld haben. Ich sitze jetzt schon zwei Wochen da und mir schlafen allmählich die Waden ein. Aber ich kriege ihn, das ist mal sicher.

1 Kommentar:

  1. Meine letzten Sätze kamen immer spontan genau in dem Moment als ich dachte: So, und jetzt der letzte Satz. Mein erster letzter Satz war in die Zukunft gerichtet, mein zweiter in die Vergangenheit und mein letzter letzter Satz war ein Insidergag oder eine Hommage. Alle drei sind einfach da gewesen. Ich denke, es ist bei jedem anders. Aber vielleicht ist dein momentan letzter schon dein letzter Satz? Oder du machst dir den Spaß und spielst damit. So etwas wie "Und der letzte Satz gehört der Autorin, darum behält sie ihn auf immer für sich." :-)
    lg Claudia

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