Freitag, 29. April 2011

Wo kommen die Ideen her?

Ich bin ein lausiger Blogger. Was vielleicht damit zu tun hat, dass ich einen Roman fertig zu schreiben habe. Ich habe vor ziemlich genau einem Jahr angefangen, an meinem Fantasyroman zu arbeiten, und jetzt, 12 Monate und 330 Seiten später steht nur noch der große Showdown bevor. Zwanzig Seiten, die ich vor mir herschiebe mit dem Argument, ich läge gut in der Zeit. Ich liege gut in der Zeit, aber der wahre Grund ist ein anderer, fürchte ich: ich will mich nicht verabschieden.

Einerseits bin ich froh, die gewaltige Willensanstrengung, die das Schreiben eines Romans darstellt, beinahe hinter mir zu haben – andererseits wird dann meine Zeit mit dieser Geschichte unwiederbringlich vorbei sein. Deshalb gibt es für mich nur eine Möglichkeit: Mich sofort ins nächste Projekt zu werfen. Ich habe zwei Ideen, die schon ziemlich gut ausgearbeitet sind, und wenn ich an die denke, kribbelt es in meinen Fingerspitzen.

Wenn ich nur wüsste, für welche der beiden Geschichten ich mich entscheiden soll …

Gerade denke ich darüber nach, wie mir eigentlich die Ideen zu diesen beiden "Erzählkeimen" gekommen sind udn stelle fest, dass jeder einen ganz eigenen Weg gefunden hat, um sich in meinem Gehirn festzusetzen.

Die eine Geschichte ist aus der Lust entstanden, eine Welt zu erfinden. Mystisch sollte sie sein, aber dennoch nicht zu fremd, und sie sollte Teil unserer Welt sein, nur unbemerkt und unsichtbar unter ihrer Oberfläche verborgen. Diese Welt will ich zusammen mit meiner Hauptfigur entdecken.

Die andere Geschichte ist entstanden, weil ich mich in eine andere Welt begeben habe, nämlich in den Mikrokosmos einer Stadt, die ich bisher noch nicht kannte, und die mit Geheimnissen und Rätseln an jeder Ecke aufwarten kann. Der Zündfunke sprang vor einer Museumsvitrine aus meinem Kopf und bekam mit jedem Schritt, den ich machte, neue Nahrung. Auch hier geht es wieder um eine "fremde", mir unbekannte Welt, deren Geheimnisse ich entdecken möchte, zusammen mit meiner Hauptfigur.

Beide Male geht es darum, sich eine neue Welt anzueignen, sie mit Hilfe einer Geschichte lebendig werden zu lassen. Es erlaubt mir, aus meiner Welt heraus- und in eine fremde einzutreten, und genau das ist es wohl, was für mich das Schreiben so ungeheuer befriedigend macht.

Viele Grüße,

Mascha

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