Samstag, 30. April 2011

Sich selbst ein Rätsel sein

Also, ich bin ja Mitglied im Montségur-Autrenforum, und zwar begeistert. Wenn man ein schreiberisches Problem hat, sind dort immer genug Leute, um eine Diskussion dazu anzuzetteln. Un d dann hocken wir in der Runde und dröseln auf, welchen Effekt welche Perspektive hat, welche Wirkung man mit ineinander verschränkten Zeitebenen erzielt undsoweiter. Ich mag das wirklich gerne.
Aber manchmal möchte ich gar nicht so genau wissen, wie das Schreiben funktioniert. Zuzugeben, dass man eigentlich gar nicht genau weiss (diese Tastatur hat kein scharfes s), was man gerade macht, ist ja nachgerade peinlich, da man doch kompetent erscheinen will. Aber genau da wird es aufregend, beim Schreiben. Inzwischen geniesse ich es richtig, gelegentlch keine Ahnung zu haben, warum meine Figur X unbedingt ein Floss bauen und auf die bewaldete Insel vor der Küste fahren muss. Und woher kommt eigentlich auf einmal die Insel, von der ich bis gerade eben noch nichts wusste?
Dann folge ich eine Zeitlang beim Schreiben einfach nur den Bildern in meinem Kopf und dem Rhythmus der Worte, wobei mich eine unglaubliche Entdeckerlust befällt. Und oft sind diese Szenen die stärksten und  stossen ausserdem neue Türen innerhalb der Geschichte auf. Das sind die Momente beim Scheiben, die mich wirklich glücklich machen.

Mascha

1 Kommentar:

  1. Mascha, ich unterschreibe das sofort! Ich fürchte, wenn ich alles wüsste und genau durchschauen würde, wie es geht, könnte ich es nicht mehr oder ich würde das Glücksgefühl dabei verlieren. :-)
    lg Claudia

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